4 Tage JuMa-Seminar in Eisenach. Viel Mathematik, viel Sonne und noch mehr Spaß. Interessante Gesprächsthemen. Noch interessantere Lektüre -vom Wachturm bis zur BravoGirl. Ausgefallene Spiele und eine super Stimmung.
Wie alles begann…
Wir, also eher Judit, hatte(n) es tatsächlich geschafft, ein Nachtreffen zu organisieren. Alles begann morgens mit der Zugfahrt nach Eisenach. Für die 10 Minuten Fußweg, die angeblich beim Umsteigen in Köln-Deutz anfallen sollten, habe ich keine 60 Sekunden gebraucht (mit Koffer pinkem Schrank) und bin dann auf der schnellen Strecke nach Frankfurt gefahren. Dort angekommen und umgestiegen, und in dem relativ überfüllten ICE trotzdem noch einen Fensterplatz, vorwärts, an einem 4er-Tisch gefunden. Physikkram ausgepackt, Optik und so, der Apotheker mir gegenüber beginnt mir seine halbe Lebensgeschichte zu erzählen und fragt, ob das Mathe sei. Er hhabe zwar Mathe/ Physik- LK gehabt, aber Mathe sei ihm immer suspekt geblieben. (Physik anscheinend auch?!?) Jedenfalls mag der Mann keine Mathematiker…In Fulda steigen Christian und Jens zu, und der Apotheker erwidert nur “Eile mit Weile”, als er gebeten wird Platz zu machen. Seine Miene verfinstert sich im Verlauf der weiteren Zugfahrt deutlich, als ihm klar wird, neben was für Menschen er da eigentlich sitzt. Mitleid?! Wohl eher nicht.
… es tatsächlich weiter geht…
In Eisenach angekommen, trifft sich unsere kleine Gruppe fast vollständig am Bahnhof, um dort dann festzustellen, das der eine Bus zur Jughendherberge gerade weg ist und nur stündlich fährt, und die andere Linie werktags einfach gar nicht. Prima… Also laufen. Zwar hat keiner Ahnung, wo es lang geht, aber es gelingt eine ungenaue Karte aufzutreiben. Die Information des Busfahrers, zu Fuß brauche man bestimmt länger als eine halbe Stunde ist überdies hinaus sehr ermutigend… Trotzdem: Mit Sack und Pack ziehen wir also los; und nach nur wenigen Umwegen kommen wir 30 Minuten später an. Wir seien zu früh, Anreise sei erst ab 15 Uhr, aber ja, wir dürfen uns Lunchpakete schmieren, unsere Zimmer beziehen, und unseren Seminarraum, den Diskokeller betreten.Die Herbergsleitung ist also auch leicht chaotisch, aber das macht nichts, das passt ja bestens zu uns. JuMa-T-shirts werden verteilt, und die Mathematigerin wird die ganze Zeit mitrumgeschleppt.
Im Discokeller gibt es Säulen, und zwar jede Menge. Vielleicht ist das ja praktisch beim Tanzen, man kann sich hinter den Säulen verstecken, aber im Seminarraum sind Säulen ausgesprochen störend… Nachdem wir dann eine halbwegs akzeptable Sitzordnung gefunden und eine Tafel aufgetrieben haben, und zwar mit Papier und Stifen, denn warum sollten wir welches mitgebracht haben, kann der erste Vortrag beginnen. Alle sitzen erwartungsvoll auf ihren Plätzen; die Spannung steigt und nichts passiert. Bis: “Also dann würde ich vorschlagen, einer steht auf und hält ‘nen Vortrag…” (Judit). Tja, und Jens steht tatsächlich auf, und beginnt: “Das Bertrand’sche Postulat..” Lisas Vortrag zur Geometrie folgte, und die Zeit verfliegt wie im Flug. Stefans “Überraschende Zahlen” werden zwar durch das Abendbrot kurz unterbrochen, aber werden auch noch an diesem Abend zu Ende gehört. In der Dunkelheit wird später der Weihnachtsmann beschworen, so wie die Egenschaften des “Hüpfspiels” in aller Ausführlichkeit diskutiert…
…seinen Lauf nimmt…
Samstag Vormittag vergeht mit einem Aufgabenvortrag, beim Mittagessen wird ausdiskutiert, wann es denn am Nachmittag weitergehen soll,halb vier wird ausgemacht, und um halb vier, als fast alle auf dem Marktplatz in der Sonne sitzen, verworfen. Denn das schöne Wetter hat uns in die Stadt gelockt, und außerdem muss noch eingekauft werden. Lebensmittel und Getränke verschiedenster Art beim tegut, Papier (die Herbergsleitung war entsetzt das wir schon mehr als 20 Blatt mit Vorder- und Rückseite beschrieben hatte, und drehte den Papierhahn zu) mit 15 Mann im Schreibwarenladen. Aber eine Rolle Papier zu kaufen ist nunmal auch eine anspruchsvolle Aufgabe.
…lustiger und schließlich…
Und dann wird auf dem Marktplatz die BravoGirl ausgepackt, und die Test beginnen: “Welche Farbe hat meine Seele?” -Tja, das wollte ich wirklich schon immer mal wissen, und auch die Photo-Love-Story weckt unser Interesse. Und das tolle Extra erst – ein Herzchenanhänger mit Platz für tolle Bilder, 96 verschiedene stehen zur Auswahl: Tokio Hotel oder doch lieber irgendwas anderes?… Und Anmachsprüche, die einfach so schlecht sind, das sie direkt ausprobiert werden müssen…Ein komischer Haufen noch komischerer Leute in seltsamen T-shirts, die sich um eine Mädchenzeitschrift sammeln und ein Kuscheltier spazieren tragen; – so ungefähr müssen wir auf Außenstehende gewirkt haben. Nach einem weiteren Vortrag von CR über die Transzendenz der Zahl e brechen wir zu einem Spaziergang zur Wartburg auf, doch gegen Mitternacht lassen sie einen nicht mehr hinein. Trotzdem, der Ausblick ist von dort oben super, und wir waren gar nicht so lange unterwegs. Der Abend klingt in gemütlicher und immer kleiner werdenden Runde aus, wobei Christians “Wachtürme” (die gibts umsonst!!!) ganz im Vordergrund stehen und viel Gespächsstoff bieten.
… zu einem unvergesslichen Wochenende wird
Am Sonntag bleibt es spannend, ein Mathboi steht an; Vormittags werden Aufgaben gelöst und Nachmittags dann vorgestellt. Sonntag abend ist die Stimmung genial, Knotenmutter wird gespielt und zu einer topologisch anspruchsvolleren Variante abgeändert, Möbiusbänder aus Menschenkörpern geformt und zerschnitten. Dominoday, Schweinehaufen und Pyramidenbau sowie andere gruppemfördernde Spiele gespielt, und obwohl der Steinboden im Foyer der Jughendherberge sehr hart ist, stimmt der Spaßfaktor. Bevor der tägliche Nachtspaziergang in Anlauf genommen wird, stehen noch einige Runden “verrückter Professor” an, wobei “meine” Hände plötzlich eine Flasche in der Hand halten. Wer hat “meinen” Händen diese Flasche gegeben? Angesichts der Tatsache, das mir die Flasche gefiel, lässt sich vom restlichem Abend nicht mehr allzu viel berichten…und am Montag ging es dann schon nach einem Vortrag und einer “Problem-Session, die aufgrund des immer noch schönen Wetters in der Sonne abgehalten wurde, heimwärts.