Ende des Grauens
Das Grauen der Schulzeit hat einen Namen: Mathematik. Doch endlich haben die Politiker aufgrund von G8 eingesehen, das Mathematik unwichtig ist. Rigoros sind sie bei den Kürzungen der Lehrpläne vorgegangen, aber wer braucht schon Exponential- und Logarithmusfunktionen?! Wachstumsvorgänge und radioaktiven Zerfall muss man schließlich weder beschreiben noch berechnen können, um erfolgreich durchs Leben zu gehen. Wer noch glaubt, wenigstens ein Mathe-Lkler müßte so etwas kennen, der hat keine Ahnung, denn Lkler wird es nicht mehr geben. Schließlich bring es viel nicht mehr zu differenzieren und den Deutschbegeisterten gemeinsam mit dem Mathematiker Texte interpretieren und rechnen lassen.
Für uns Deutsche wird die Mathematik sowieso ein Buch mit 7 Siegeln bleiben, die Zeiten der berühmten deutschen Mathematiker sind längst passé. Warum sehen wir also nicht ein, dass wir unfähig zu logischem Denken sind?
Ab sofort gelte deshalb π=3, denn irrationale und transzendente Zahlen erst recht, sind viel zu kompliziert. Auch die binomischen Formeln lassen sich wunderbar vereinfachen, ab sofort sei (a+b)²=a²+b², schließlich kann man sich das viel einfacher merken, und Pythagoras sei a+b=c, damit nun endlich das lästige Ziehen von Wurzeln entfällt.
Schaffen wir doch gleich den Mathematikunterricht ganz ab, denn dann bleibt einer großen Mehrheit eine sinnlose Quälerei erspart, und für alle anderen gilt: Mathematik sieht im Studium sowieso ganz anders aus. Nur weil einige, wenige Personen masochistisch veranlagt sind und Spaß an Mathematik haben, können wir der breiten Mehrheit nicht eine solche Folter zu muten. Weg mit dem Grauen!

