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März 21, 2010

Zeit zum Träumen

Man kann leben, essen, trinken, lernen, Freunde treffen, Spaß und Stress haben, und wenn man nicht aufpasst, geht die Zeit zum Träumen verloren.
Die Zeit des Tages, in denen man Gedanken und Spinnereien nachhängt, sich in selbst erschaffenen fiktiven “Was-wäre-wenn” -Welten verliert.
In denen manchmal zauberhafte Sätze entstehen, bunte Bilder und wahre Worte den eigenen Kopf über Stift, Tastatur, Mund und Ohr verlassen. Gedankenluft.
Theoretische Fahrstunden bieten Zeit zum Täumen und lassen mich eine schon fast vergessene Tätigkeit wieder finden.
Ab jetzt wird wieder mehr geträumt, mehr geschrieben, und mehr gebloggt. Und doch:

Wird man Erwachsen wenn man die Zeit zum Träumen vergisst? Wenn Tagträume an Bedeutung verlieren?

Dezember 22, 2009

Frost

Filed under: Alles,Lebendig,Spass am Leben — Julchen @ 5:19 pm

Es gibt kalte und nahezu eingefrorene Hände und Füße.
Es gibt unangenehme Kälte und Kälte, die nicht nur im Gesicht stechend und beißend ist.
Es ist nicht das gleiche, ob es „kalt“ bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder klirrend kalt bei -20° ist. Bei solchem Frost gewinnen die Worte „Mir ist kalt“ eine ganz neue Bedeutung, es ist wirklich unerträglich kalt. Da hilft dann nur noch Bewegung um nicht anzufrieren, zwei Paar Socken, zwei Hosen, Pullis, Jacken, Mäntel, Schals und Mützen allein reichen nicht aus. Und wirklich warme, mollige Ski-Fäustlinge bewähren sich bedeutend besser als einfache Frottee-Fingerhandschuhe, aber dennoch: Auf derartige Frostperioden sind meine Winterklamotten nicht ausgerichtet, und sie sind ganz klar ein Grund zum Heizen.
Bei solchem Wetter über einen Romantik-Weihnachtsmarkt zu spazieren, durch Schnee und mit Glühweinstops, ist absolut genial, und kalt….

November 2, 2009

Wichtige Daseins-Fragen

Filed under: Alles,Philosophisches,Sinnlos,Spass am Leben — Julchen @ 3:18 pm

Wie benutzen Menschen mit einem vierstelligem Geburtstag ein dreistelliges Zahlenschloss?

Oktober 27, 2009

38 SWS – Verrückt?!?

Filed under: Alles,Lebendig,Persönliches,Spass am Leben,Studium — Julchen @ 11:48 am

Studium kommt von studere (lat) -sich bemühen, sich befassen mit, ein verschultes Studium, dass schulähnlich abläuft und keine intellektuelle Herausforderung darstellt, ist also kein Studium.

Auf der Suche nach Herausforderungen – wobei die größte momentan die Prüfungsordnungen darstellen dürfte – findet sich Wissen in schier unbegrenzter Form.

Von jetzt an werde ich die Welt durch die Augen eines Erstis sehen, der sich manchmal verläuft, (mittlerweile aber kaum mehr) und sich an der Uni schon richtig wohlfühlt.. ;)

Oktober 18, 2009

Ligretto-Regeln

Filed under: Alles,Lebendig,Spass am Leben — Julchen @ 6:25 pm

Ja, ich weiß, dass in der Spielanleitung steht, dass man nur jede 3. Karte angucken darf.
Aber dann wird es langsamer, diese “Hausregel” unterstützt das Ligretto-Motto “schneller geht nicht” doch nur.
Auf ganz viele schnelle Ligretto-Runden – mit dem eigenem Ligretto :) freut sich die stolze Besitzerin des grünen Ligrettos ;)

August 24, 2009

Zelten an der Nahe

Filed under: Alles,Geschriebenes,Lebendig,Persönliches,Spass am Leben — Julchen @ 10:53 pm

Bei brüllender Hitze steige ich in den RB nach Köln, der mäßig klimatisiert ist – nicht zu kalt und nicht zu warm. Nach kurzer Pause zum Umsteigen in Köln erfolgt die Weiterfahrt in einem uraltem IC nach Mainz, der gar nicht klimatisiert ist und die alte Rheinstrecke mit wunderbarer Aussicht entlang tuckert: Sämtliche Berge, Schlösser, die Loreley sowie Last- und Fährschiffe sind zu betrachten, während der Fahrtwind am offenem Fenster die Haare verwuschelt. In Mainz geht es dann erstmal zum Löwen, wo es nach einer herzlichen Begrüßung und Beschnuppern :P Deutschländer mit Kartoffelsalat zum Abendessen und einen Film (Minority Report) als Betthupferl gibt. Und vom Balkon sieht man Sonne über Mainz untergehen…
Der nächste Tag beginnt mit Kaffee und Brötchen zum Frühstück, dem Einkauf von Wasser und Apfelschorle bei Real zur Sicherung der Wasserversorgung während der folgenden Tage und dem Einpacken ins Auto, das durchaus eine mittelgroße Herausforderung darstellt: 3 Zelte, Gasflasche, Grill, Taschen, Decken, Isomatten, Geschirr, Gitarre, Schuhe, etc. – alles musste verstaut werden. Gegen Mittag gelang uns auch dieses Kunststück und wir brachen auf zum Zeltplatz, zur Nahe, den wir aufgrund des Nawis sogar recht schnell fanden. Dort zelteten wir letztlich auf einer fussballfeldgroßen Wiese, wo Begrenzungshecken Schatten spenden, nur dafür haben wir halt kein Wasser und kein Strom am Platz.
Allerdings hatten wir einen prima Kühlschrank – eine mit Wasser gefüllte Corverbox, in der die Temperatur teilweise auf 25° Celsius stieg. Aber immerhin war es im unserem Kühlschrank 12° kühler als die Lufttemperatur, so dass es immer kühle Getränke gab. Am ersten Abend grieschichen Salat mit Fleisch; und die Abendessenzubereitung erfolgte (zur voller Zufriedenheit aller) in der klassischen Rollenverteilung: Wir Mädels schnibbelten den Salat in die Spülschüssel, während die Kerle grillierten. Mit gemütlichem Beisammensein bei Tee im Licht der Fackeln beendeten wir diesen Tag unter klarem Sternenhimmel.
Brot, leicht angelaufene Margarine, Nutella, Marmelade, Tomatenmark, Kaffee und Tee zum Frühstück – bevor wir die Mittagshitze an und in der Nahe verbrachten.

Nachmittags flogen wir aus, nach Bad Sobernheim zum Barfusspfad – der mit einem Lehmmatschbecken =) begann und mit einer Wasserseilbahn bzw. einer Hängebrücke endete – und im Anschluss zogen wir los: Mit 4 Löffeln bewafffnet kauften wir eine große Packung Eis (Fürst-Pückler-Art), die wir in der Fußgängerzone sitzend verspeisten – unter neidischen, teils aber auch unverständlichen Blicken der Passanten. Später gibt es zum Abendbrot Nudeln mit Tomatensoße.
Am Donnerstag ist es schon morgens schier unerträglich heiß, wir besichtigen mittags ein altes Kupferbergwerk in Fischbach, mit einer sehr interessanten Führung; und tief im Innerem des Berges lässt sich die Hitze vergessen. Abends wird nach einem abkühlendem Bad in der Nahe gegrillt, und der Nachtwächter kommt vorbei und warnt uns vor dem aufziehendem Gewitter. Wir warten, führen Diskussionen (was passiert, wenn wir ein Loch bis zum Pazifik buddeln? Läuft das voll Wasser?“) gehen irgendwann schlafen, bis um zwei sind nur in der Ferne Blitze zu sehen (hames behauptet der Blitz gehe von unten nach oben, der Blitz tut aber beides ;) –wieder was gelernt) , erst um halb vier beginnt der Regen, das Donnern, der Wind. Wir folgen dem Rat des Nachtwächters und begeben uns ins Waschhaus. Doch ich hab schon vorher kalt geduscht: Das Wasser unseres Zeltvordaches hat sich über mich ergossen. Im Waschhaus warten wir das Schlimmste ab, der Nachtwächter bewacht die Nacht, und das größte Unwetter verschont uns: Kein Sturm, kein Hagel, nur Regen, und am nächsten Morgen ist unser Mädels-Zelt ein Planschbecken. Der Himmel ist immer noch bewölkt, es regnet, es nieselt und zwischendurch schüttet es. Es ist bereits Mittag, es gibt kein Kaffee, kein Tee, kein Frühstück. Die Isomatten schwimmen, die Schlafsäcke sind nass, zwar soll das Wetter besser werden, doch wir wollen jetzt trocknen, kochen, schlafen, essen, und zwar nicht in einem Planschbecken. Eine Tafel Schokolade ist Frühstück und Mittagessen in einem, vorne an der Rezeption trinken wir noch einen großen Kaffee (mit unverschämt viel Kakaopulver :D), zahlen unseren Platz und beginnen im Nieselregen unsere nassen Sachen einzupacken um nach Mainz zurück zufahren. Dort ist das Wetter besser, wir trocknen die Klamotten im trockner und auf dem Löwen-Balkon, spielen abends Wizzard und Skip-Bo und grillen mit dem Camping-Grill aufm Balkon. Urlaub auf Balkonien und so.
Am nächstem Morgen werden verschiedene (mehr oder weniger ) intelligente Fakten konstatiert:
1. hames lässt sich nicht gerne kitzeln und sagt immer „Nicht hier, nicht jetzt, nicht heute“.
2. hames ist der Herr des Grills.
3. Die Margarine, die Rama, verändert ihre Konsistenz und ihren Geschmack in Abhängigkeit von Zeit und Temperatur: Sie trennt sich in ihre Bestandteile auf, wird flüssig, läuft durchs Auto, wird bergig, wird wieder fest. Nach einiger Zeit weißt die Margarine eine nicht unerhebliche Fleischbeilage auf, es handelt sich hierbei um Margarine mit pflanzlichen Proteinen, oder um nichtvegetarische Margarine. Guten Appetit!
4. Der Kaffee wird von Tag zu Tag stärker. 5 EL / Liter sind trinkbar. Das, was obendrauf schwimmt ist kein Fett, das auf mangelnde Spülkenntnissee hinweist, sondern lediglich ein Zeichen für starken Kaffee.
5. Inkonsequent: Metaller, die keine schwarzen Brötchen essen. (by Momoko) :hehehehe:

Die letzten Urlaubstage verbringen wir mit Ligretto – Ligretto START, Ligretto STOP – spielen am Rheinufer Uno und Momo und ich stellen fest: Trotz extremer Unmusikalität lässt es sich gemeinsam singen, sobald der erste Lachkrampf, verursacht durch Kackophonie, überwunden ist. Und wer unmusikalisch ist, stört sich wenigstens nicht an einer total verstimmten Gitarre, alles hat seine Vorteile ;).
Der Sonntag beendet unseren Urlaub mit einem arg tollen Gottesdienst in der FeG Mainz und die Heimfahrt beginnt: Ich finde im Zug einen Sitzplatz in Fahrtrichtung, inmitten einer bechernden und futternden Seniorengruppe, die ihren Selbstgebrannten und ihre Klopfer großzügig im Abteil verteilt…Mainz-Koblenz-Bonn-Köln-Solingen-Zuhause.

August 10, 2009

Zwei Wochen Bergfeuer

Filed under: Alles,Blog,Geschriebenes,Lebendig,Persönliches,Spass am Leben — Julchen @ 9:04 pm

Am Samstag um 4:45 wachte ich nach nur drei Stunden Schlaf auf – bereit um mit dem ICE nach Süden, gen Schweiz, zu fahren. Köln, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Basel. Mittlerweile ist es Mittag geworden und am Horizont sind erste, schneebedeckte Gipfel zu sehen. Berge. Alpen. Mit ICs der Schweiz, die eher an deutsche Res erinnern geht es weiter, über Bern, Visp und Täsch nach Zermatt.
Unsere Ferienwohnung liegt weit -30min schnellen Schritts- über dem Ort und ist nur über einen schmalen Fußweg zu erreichen. Also schnappen wir uns den Gepäckkarren und ziehen mit diesem ins Dorf, zum Bahnhof. Da Zermatt autofreie Zone ist werden wir auf den schmalen Gassen nur von E-Autos überholt. Direkt am Bahnhof steht dann auch der große Supermarkt, wo wir erst einmal für die nächsten zwei Tage einkaufen. Mit all den Einkaufen und dem ganzen Gepäck brauchen wir nun bergauf deutlich länger – und genießen endlich angekommen, auf unserem Balkon den gigantischen Ausblick aufs Matterhorn.

Die nächsten Tage sind recht abwechslungsreich: Wir laufen nach Findeln, fahren mit der Gornergratbahn auf 3089m.ü.M hinauf und wandern über Riffelberg und Riffelalp bergab nach Zermatt (1600m ü. M.). Am nächsten Tag genießen wir auf unserem Balkon die Sonne, liegen herum, spielen Karten – Skat, Doppelkopf, Wizzard – und mampfen Kekse.
Die heutige Wanderung war eine Monstertour: Wir fahren hinauf zum Trockenem Steg (2939m), laufen drei Stunden nach Schwarzsee (2583m) und steigen hinab nach Furri (1867m).

Allerdings findet mein Vater eine Abkürzung, einen trampelpfad den Steilhang gerade hinab, und glaubt, dass wenn er diesen Weg zügig mit Rucksack schafft, wir das das auch hinbekommen. Ich weiß jetzt aber immerhin, dass ich so was in diesem Tempo nicht schaffe, dass ich den Hang generell schon verdammt steil fand und dass man seine Grenzen im Gebirge auch klar erkennen können muss.
Jedenfalls war ich nach dieser Tour komplett fertig und zwei Tage später sind meine Knie derart blau, als das ich wohl oder übel zu Hause bleiben muss. Aber immerhin hab ich vom Balkon eine prima Aussicht auf die Berge, werde braun und blond und weiß nun, dass es nichts bringt die Füße parallel zum Berg beim Hinabsteigen zu haben. Der Berg sieht zwar weniger monströs aus, aber die Knie sind diese Art von Belastung noch weniger gewohnt und können sie so noch schlechter ab.
Tags darauf lassen wir es wieder eher ruhig angehen – wandern zum Almdörfchen Blatten durch die Gornergorge (Gornerschlucht) – beeindruckende Wassermengen fließen durch die Schlucht, die man auf schmalen Steigen durchquert. In Blatten ist der Ricola-Kräuter-Garten mit einer lustigen Rallye zu den ganzen verschiedenen Kräutern: Pfefferminze, Orangenminze, Thymian, Salbei, Holunder, Ehrenpreis, Spitzwegerich und vielen mehr.
Sonntag und Montag ist draußen eine einzige trübe Wolkensuppe. Es regnet, die Wolken wabern umher und die Berge sind verschwunden. Das Matterhorn taucht ab und an aus den Wolken auf – mit einer frisch gepuderten Spitze.
Erst ab Dienstag ist das Wetter wieder genial: Blauer Himmel, Sonnenschein und warm, aber nicht heiß. Ideales Wanderwetter, das genutzt werden muss: Wir erwandern das Tal mit dem Dörfchen Z’mutt und fahren am folgenden Tag hinauf aufs kleine Matterhorn (3883 m.ü.M.),

wo wir eine wunderbare Aussicht über mehr als 30 Viertausender genießen und das Matterhorn selbst nur noch ein Gipfel unter vielen ist. Wir laufen ein bisschen durch den Schnee, lassen uns vom Wind durchpusten, frieren, genießen die Aussicht und schauen im Gletscherpalast vorbei – ein Gletscher wurde im Inneren ausgehölt und ist begehbar. Ewiges, blau schimmerndes Eis und Gletscherspalten mal aus einer anderen Perspektive, von innen statt von oben, schon verdammt beeindruckend.
Am letzten Tag sind wir von der Sunnega über den Leisesee zum Stellisee zum Grünsee zur Riffelalp gewandert, wobei wir allerdings zweimal an ganz besonders tollen Plätzen pausiert haben: Erst auf Steinen in einem Gebirgsbach – eiskaltes und klares Wasser, eine Wohltat nach den warmen Wanderschuhen, und dann im Grünsee –PLATSCH!- im kalten Gebirgssee toben, spritzen, schwimmen und dann nichts wie weiter, denn dunkle Wolken sitzen ums im Rücken.

Ich mag Berge. Ich mag die Größe, in deren Angesicht der Mensch klein, machtlos und unbedeutend ist. Ich mag es, die enorme Schönheit und Rauheit der Natur zu erleben, die stärker ist als der Mensch. Ich mag es mich unter dem nahem Himmel frei zu fühlen, ich mag die Gipfelkreuze, die Kapellen am Wegrand, die zu jeder Tageszeit geöffnet sind und wo immer mal wieder jemand einkehrt, ich mag diese Welt, in der Gottes Anwesenheit konstant spürbar ist, wo er einfach im Alltag offensichtlich allgegenwärtig ist.
Hier kommt der Mensch nicht auf die Idee, dass er allzu viel Macht hat, zu sehr ist er auf gutes Wetter, auf keine Steinschläge, keine Lawinen und Moränen angewiesen. Hier ist der Mensch einfach nur Mensch.
Ein letzter Blick zurück auf die hohen Berge, aufs Matterhorn – und dann heißt es Abschied zu nehmen. Aus den Bergen hinfort, hinweg von den immer weißen Gipfeln.
So fahren wir dann nach Hause, die Berge sind aufgrund der Wolken nicht zu sehen, und die Zahnradbahn fährt immer weiter bergab.

Juli 22, 2009

München und Alpenvorland

Filed under: Alles,Lebendig,Persönliches,Spass am Leben — Julchen @ 10:42 pm

Einfach frei sein. Zumindest innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, mit einem 37 Euro-Ticket der DB. Bummelzug fahren, es dauert, man kommt nicht wirklich schnell voran, aber man hat ja Zeit. Frei sein und so. Einfach kaufen, und mal zum nächsten großem Bahnhof fahren, nach Dresden, dort einen lustigen Zug aussuchen, 2 Stunden Aufenthalt. Stadtbummel durch Dresden, beim ersten Mal war das Ganze irgendwie beeindruckender.
Dann nach Nürnberg. Dort den Turm und schöne alte Häuser gesehen in der letzten Abendsonne, weiter nach München. Es wird dunkel. Einen ganzen Tag nur Zug gefahren. Dabei handelt es sich um eine ziemlich anstrengende Art des Nichtstuns. Die Klimaanlage nervt. Ich glaub ich schwitz und stinke eigentlich lieber in uralten Zügen als tiefgekühlt transportiert zu werden. München dann. Zwar immer noch Regen, aber es ist wenigstens nicht mehr kalt. Wärme.
Am nächsten Tag dann endlich Sonne. Und vorbei am Justizgebäude zum Karlsplatz / Stachus, durch die Fußgängerzone zum Marienplatz. Und überall stehen Musikgruppen, Musiker, die Menschenmassen mit ihrer Musik anlocken. Musiker, die spielen können. Am Marienplatz altes und neues Rathaus beschaut, weiter zum Viktualienmarkt, Metzger an Metzger zum Hofgarten und in den Englischen Garten. Dort, auf dem künstlichen Wildbach, trotz eines „Baden und Surfen Verboten“-Schildes, warten Surfer auf die Welle, reiten auf der Strömung und lassen sich dann treiben.

Eine erfrischende Abkühlung bei der Hitze.
Am nächsten Tag haben wir dann das Deutsche Museum in München besichtigt – echt cool, was es da alles gibt: Flugzeuge, Schiffe, eine Kopie von einer Höhle mit Steinzeithöhlenmalerei, Mathematik und viel mehr, viel zu viel für einen Tag und einen Kopf.
Vom Olympiaturm im Olympiapark haben wir dann eine wunderbare Aussicht über die ganze Stadt genossen, und den Abend am Sendlinger Tor und in Schwabing ausklingen lassen.
Und dann: Schnauze voll von Stadt und Menschenmassen, von Lärm und Hupen. 20kg Rucksack auf dem Rücken gen Süden, gen Alpen. Ein, zwei Straßenzüge die Straße entlang der Isar, dann in die Isarauen auf Trampelpfaden durch die Wiesen, durch Geröllfelder des Bergbaches.

Nach weniger als einer Stunde ist die Großstadt fast vergessen. Mal an der Isar, mal oberhalb der Isar durch den Wald, immer weiter, immer weiter ins Grüne, immer weiter zu den Alpen. Nach 25km ist dann irgendwann Schluss. Aus. Vorbei.

Ich mag nicht mehr, und wir laufen nicht mehr weiter, sondern suchen uns ein Zimmer.
Aber mal zu Fuß über oder durch die Alpen – das wär mal was :)
Der nächste Tag ist dann wieder gechillter: Wir haben eingesehen, dass wir in drei Tagen nicht bis zu den Alpen gelangen werden, und gehen stattdessen zu den Isarstränden: Schwimmen in der Isar. Mit der Strömung schwimmen geht unglaublich schnell, gegen die Strömung schwimmen ist (mir) unmöglich. Schließlich reißt einen der Fluss auch so im stehen fast um.
Freitag dann mit der S-bahn zum Starnberger See. Irgendwie ist der Chiemsee schöner, aber wir sehen am Horizont Berge. Alpen. Schön. Abends dann zurück in München, in der Fußgängerzone stehen bestimmt hundert Menschen um eine Musiktruppe mit Flügel, Chello, Kontrabass, Geige und Querflöte versammelt und hören begeistert den bekannten klassischen Stücken zu. Technisch nicht perfekt, aber dafür mit Leidenschaft gespielt. Bis…es donnert und blitz und regnet und gießt und pladdert. Weltuntergang und so. Obwohl wir unter einem 40m langen Überbau stehen, peitscht uns der Regen nur so um die Ohren. Der arme Flügel. Und nach dem Unwetter ist es plötzlich kalt, wir gammeln bis um 2 Uhr in der Frühe am Bahnhof rum, dann kommt der Zug. Erst mal nach Augsburg, der RE ist gut gefüllt, erstaunlich, wie viele Leute so billig durch Deutschland reisen, viele davon fahren bis NRW weiter. Mein Rucksack ist mittlerweile leicht geworden, alle Klamotten (Top, Tshirt, Pulli1, Pulli2, Jacke) haben wir übereinander gezogen und es ist immer noch kalt. In Treuchtlingen 40 Minuten Aufenthalt, doch der Zug steht schon da, alle staunen: Alles 1. Klasse Abteile. Doch irgendwann entdecken die ersten die Pappschilder an den Türen: 2. Klasse. Müffelnde, alte 1. Klasse Abteile aneinandergekoppelt, immerhin sind da drei Sitze nebeneinander. Schlafen. Es ist schließlich schon um drei Uhr in der Frühe. Aber nicht der Wecker weckt uns, sondern die Kälte. Eisig. Warum hab ich keine Decke dabei? *klapper*
Im nächsten Zug reißen erfahrene Nachtfahrer erstmal die Fenster auf, schicken uns ins nächste Abteil und meinen „Stellt halt die Heizung hoch, wenn ihr friert“. Gesagt, getan.
Umsteigen in Würzburg, Hanau, Friedberg, Gießen, Köln und dann: zu Hause. Müde und erschöpft. Aber was erlebt.

Nachtrag: Die Bayern sind ja schon komisch – so was gibt es sonst nirgends, oder?

Juli 2, 2009

Sommerakademie 2009


Diese Woche war für viele Schüler der Höhepunkt des Jahres die letzte Schulwoche vor den Sommerferien – die Woche der Sommerakademie. Nicht nur das Wetter war umwerfend sonnig, auch die positive Gesamtstimmung und das Gemeinschaftsgefühl rund um die Mathematik war wieder einmal ein besonderes Erlebnis.

Die Gruppenspiele am Anfang der Akadmie, die eigentlich nur für die Kleinen angesetzt waren, wurden auch teilweise von 7/8 begeistert besucht, die alle nach dem ersten Vortrag endlich mal Leute kennen lernen wollten.

Während vormittags in zwei Unterrichtseinheiten die Mathematik, ihre Schönheit, aber auch Wettbewerbstraining, im Vordergrund stand, war das nachmittägliche Rahmenprogramm bunt durchmischt: Mathematische Vorträge und Wettbewerbe, Chor und Orchester, Sport und Spiel: Die Großen waren wie jedes Jahr auf der Niers paddeln, diesmal mit Sonnenschein, und die Niers kam öfter ins Kanu und die Teilnehmer in die Niers – also eine gelungene Paddelaktion mit ganz viel Platsch ;)

Wie jedes Jahr gab es einen Salsa-Tanzkurs und Freitag Abend wurde dann für 150 Leute gegrillt – mit arg krassen Regeln um das Chaos des letzten Jahres zu vermeiden: Der Würstchenbote (ein 5-Klässler) wurde meistens überfallen, bevor er mit den Würstchen in die Nähe des Buffets kam. Anschließend das Lagerfeuer, das auch den gewittrigen Abend vergessen ließ, und so richtig tolles Lagerfeuer-Feeling: Heißer Feuerschein im Gesicht und gemeinsam Lieder, von einer Gitarre begleitet, gesungen. Gemeinschaft. Und nachher dann gewartet, bis die Glut verglüht.

Auch Nachtspaziergänge boten sich bei dem weitläufigem Wald an, seltsame Vögel waren zu hören und ich war/bin überzeugt gewesen Wildschweine gehört zu haben, sehr zur Belustigung der Anderen.

Bei der Gruselwanderung haben mich die Gruselgeschichten nicht weiter gestört, nur so generell schreckhaft war ich schon ;) , war also auch eine tolle Gruselwanderung quer durchs Unterholz – mit nachher vielen trotz langer Hosen verzeckten Teilnehmern.

Beim Schwimmen war auch der Außenbereich des Spaßbades endlich wieder einmal offen – der Baggersee. Während das Spaßbad innendrin hoffnungslos überfüllt war (könnte auch an den 100 Leuten von uns gelegen haben) war der See herrlich kühl und erfrischend.

Das Samstagabend Highlight war eindeutig „Schlag den Wambach” – eine geniale Neuauflage von einer ähnlich heißenden Fernsehsendung mit coolen Spielen, wie Zahnpasta-Wettdrücken und Vornamen von Mathematikern wissen.

Sonntagabend dann die Taizè-Andacht, zum ersten Mal gibt es ein derartiges Angebot und der Chor übt auch dafür Taizè-Lieder. Letztendlich kommen zwar außer dem Chor nicht viele Teilnehmer, nur eine handvoll, aber trotzdem entsteht in der Kapelle eine tolle Stimmung. Auch wenn sich zeigt, dass die Andacht eigentlich für das falsche Publikum angeboten wurde und manche die schon in Taizè waren, die Liederauswahl nicht mochten und meinten, es wäre keine echte Taizé-Andacht gewesen, mir hat das richtig gut getan. Vor allem die Stille zwischendurch, Stille  inmitten einer Woche Chaos, Stille und Zeit für Gott und sich selber.

Die ganze Woche endete mit unserem bunten Abend, ein dreistündiges buntes Programm, das bewies, das Mathematiker viel mehr können, als nur Mathematik: Nämlich Singen, Musizieren, Jonglieren, Einrad fahren, Diabolo spielen, Sketche und Comedy aufführen, lustige Spiele zwischendurch zur Auflockerung (hat die Schüler oder die Dozentengruppe schneller eine Pyramide gebaut? Und welche ist mehr wert? – die der Dozenten, Menschenpyramide war eindeutig cooler), Improvisationstheater, ein Rap, unsere Hymne, das Kranenburglied, dass um zwei Strophen erweitert wurde zu Ehren der Studentin, die vor 12 Jahren als Schülerin anfing, und seitdem bis heute die Sommerakademie maßgeblich gestaltet hat, einfach weil sie „alles” konnte und immer und überall mit anpackte. Und dabei wurde mir einfach noch mal krass die Begrenztheit dieser Gemeinschaft klar, die doch einfach jedes Jahr was ganz besonderes ist: Alters- und Jahrgangsstufenübergreifend, Schüler, Lehrer und Studentenübergreifend, Gemeinschaft ohne Vorbehalt. Vor allem sind einfach viele Schüler dabei, die daheim in ihren Klassen und im Schulsystem so wie es ist, generell anecken. Gerade diesen kann man so viel geben und zeigen, dass es auch Orte gibt, wo sie als Ganzes und auch mit ihren Interessen für Mathematik etc. akzeptiert werden.

In Kranenburg wurd’ wieder Mathe gemacht.
Sommerakademie!
Gerechnet, gesungen, gespielt und gelacht.
Sommerakademie!
Da steht der Herr Wambach, der wieder einmal betont:
„Für glückliche Gesichter hat sich der Stress gelohnt!”

Für mich ist Sommerakademie nicht nur eine Zeit, sondern ein Gefühl und eine Stimmung, ein Gefühl von Sommer und Freiheit und Glücklichsein.

Februar 2, 2009

Disco on Ice

Filed under: Alles,Lebendig,Persönliches,Spass am Leben — Julchen @ 7:20 pm

Schlittschuh fahren ist toll, wird aber schwieriger, wenn einen die Lichtorgel dauernd zu iritieren versucht… Aber einsame Runden auf der großen Eisfläche am Ende der Laufzeit zu drehen ist absolut genial…

Wollte ich nur mal gesagt haben. (wenn auch mit zwei Wochen Verspätung ;) )

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