Bei brüllender Hitze steige ich in den RB nach Köln, der mäßig klimatisiert ist – nicht zu kalt und nicht zu warm. Nach kurzer Pause zum Umsteigen in Köln erfolgt die Weiterfahrt in einem uraltem IC nach Mainz, der gar nicht klimatisiert ist und die alte Rheinstrecke mit wunderbarer Aussicht entlang tuckert: Sämtliche Berge, Schlösser, die Loreley sowie Last- und Fährschiffe sind zu betrachten, während der Fahrtwind am offenem Fenster die Haare verwuschelt. In Mainz geht es dann erstmal zum Löwen, wo es nach einer herzlichen Begrüßung und Beschnuppern
Deutschländer mit Kartoffelsalat zum Abendessen und einen Film (Minority Report) als Betthupferl gibt. Und vom Balkon sieht man Sonne über Mainz untergehen…
Der nächste Tag beginnt mit Kaffee und Brötchen zum Frühstück, dem Einkauf von Wasser und Apfelschorle bei Real zur Sicherung der Wasserversorgung während der folgenden Tage und dem Einpacken ins Auto, das durchaus eine mittelgroße Herausforderung darstellt: 3 Zelte, Gasflasche, Grill, Taschen, Decken, Isomatten, Geschirr, Gitarre, Schuhe, etc. – alles musste verstaut werden. Gegen Mittag gelang uns auch dieses Kunststück und wir brachen auf zum Zeltplatz, zur Nahe, den wir aufgrund des Nawis sogar recht schnell fanden. Dort zelteten wir letztlich auf einer fussballfeldgroßen Wiese, wo Begrenzungshecken Schatten spenden, nur dafür haben wir halt kein Wasser und kein Strom am Platz.
Allerdings hatten wir einen prima Kühlschrank – eine mit Wasser gefüllte Corverbox, in der die Temperatur teilweise auf 25° Celsius stieg. Aber immerhin war es im unserem Kühlschrank 12° kühler als die Lufttemperatur, so dass es immer kühle Getränke gab. Am ersten Abend grieschichen Salat mit Fleisch; und die Abendessenzubereitung erfolgte (zur voller Zufriedenheit aller) in der klassischen Rollenverteilung: Wir Mädels schnibbelten den Salat in die Spülschüssel, während die Kerle grillierten. Mit gemütlichem Beisammensein bei Tee im Licht der Fackeln beendeten wir diesen Tag unter klarem Sternenhimmel.
Brot, leicht angelaufene Margarine, Nutella, Marmelade, Tomatenmark, Kaffee und Tee zum Frühstück – bevor wir die Mittagshitze an und in der Nahe verbrachten.
Nachmittags flogen wir aus, nach Bad Sobernheim zum Barfusspfad – der mit einem Lehmmatschbecken
begann und mit einer Wasserseilbahn bzw. einer Hängebrücke endete – und im Anschluss zogen wir los: Mit 4 Löffeln bewafffnet kauften wir eine große Packung Eis (Fürst-Pückler-Art), die wir in der Fußgängerzone sitzend verspeisten – unter neidischen, teils aber auch unverständlichen Blicken der Passanten. Später gibt es zum Abendbrot Nudeln mit Tomatensoße.
Am Donnerstag ist es schon morgens schier unerträglich heiß, wir besichtigen mittags ein altes Kupferbergwerk in Fischbach, mit einer sehr interessanten Führung; und tief im Innerem des Berges lässt sich die Hitze vergessen. Abends wird nach einem abkühlendem Bad in der Nahe gegrillt, und der Nachtwächter kommt vorbei und warnt uns vor dem aufziehendem Gewitter. Wir warten, führen Diskussionen (was passiert, wenn wir ein Loch bis zum Pazifik buddeln? Läuft das voll Wasser?“) gehen irgendwann schlafen, bis um zwei sind nur in der Ferne Blitze zu sehen (hames behauptet der Blitz gehe von unten nach oben, der Blitz tut aber beides
–wieder was gelernt) , erst um halb vier beginnt der Regen, das Donnern, der Wind. Wir folgen dem Rat des Nachtwächters und begeben uns ins Waschhaus. Doch ich hab schon vorher kalt geduscht: Das Wasser unseres Zeltvordaches hat sich über mich ergossen. Im Waschhaus warten wir das Schlimmste ab, der Nachtwächter bewacht die Nacht, und das größte Unwetter verschont uns: Kein Sturm, kein Hagel, nur Regen, und am nächsten Morgen ist unser Mädels-Zelt ein Planschbecken. Der Himmel ist immer noch bewölkt, es regnet, es nieselt und zwischendurch schüttet es. Es ist bereits Mittag, es gibt kein Kaffee, kein Tee, kein Frühstück. Die Isomatten schwimmen, die Schlafsäcke sind nass, zwar soll das Wetter besser werden, doch wir wollen jetzt trocknen, kochen, schlafen, essen, und zwar nicht in einem Planschbecken. Eine Tafel Schokolade ist Frühstück und Mittagessen in einem, vorne an der Rezeption trinken wir noch einen großen Kaffee (mit unverschämt viel Kakaopulver
), zahlen unseren Platz und beginnen im Nieselregen unsere nassen Sachen einzupacken um nach Mainz zurück zufahren. Dort ist das Wetter besser, wir trocknen die Klamotten im trockner und auf dem Löwen-Balkon, spielen abends Wizzard und Skip-Bo und grillen mit dem Camping-Grill aufm Balkon. Urlaub auf Balkonien und so.
Am nächstem Morgen werden verschiedene (mehr oder weniger ) intelligente Fakten konstatiert:
1. hames lässt sich nicht gerne kitzeln und sagt immer „Nicht hier, nicht jetzt, nicht heute“.
2. hames ist der Herr des Grills.
3. Die Margarine, die Rama, verändert ihre Konsistenz und ihren Geschmack in Abhängigkeit von Zeit und Temperatur: Sie trennt sich in ihre Bestandteile auf, wird flüssig, läuft durchs Auto, wird bergig, wird wieder fest.
Nach einiger Zeit weißt die Margarine eine nicht unerhebliche Fleischbeilage auf, es handelt sich hierbei um Margarine mit pflanzlichen Proteinen, oder um nichtvegetarische Margarine. Guten Appetit!
4. Der Kaffee wird von Tag zu Tag stärker. 5 EL / Liter sind trinkbar. Das, was obendrauf schwimmt ist kein Fett, das auf mangelnde Spülkenntnissee hinweist, sondern lediglich ein Zeichen für starken Kaffee.
5. Inkonsequent: Metaller, die keine schwarzen Brötchen essen. (by Momoko) 
Die letzten Urlaubstage verbringen wir mit Ligretto – Ligretto START, Ligretto STOP – spielen am Rheinufer Uno und Momo und ich stellen fest: Trotz extremer Unmusikalität lässt es sich gemeinsam singen, sobald der erste Lachkrampf, verursacht durch Kackophonie, überwunden ist. Und wer unmusikalisch ist, stört sich wenigstens nicht an einer total verstimmten Gitarre, alles hat seine Vorteile
.
Der Sonntag beendet unseren Urlaub mit einem arg tollen Gottesdienst in der FeG Mainz und die Heimfahrt beginnt: Ich finde im Zug einen Sitzplatz in Fahrtrichtung, inmitten einer bechernden und futternden Seniorengruppe, die ihren Selbstgebrannten und ihre Klopfer großzügig im Abteil verteilt…Mainz-Koblenz-Bonn-Köln-Solingen-Zuhause.