Sommerakademie 2009
Diese Woche war für viele Schüler der Höhepunkt des Jahres die letzte Schulwoche vor den Sommerferien – die Woche der Sommerakademie. Nicht nur das Wetter war umwerfend sonnig, auch die positive Gesamtstimmung und das Gemeinschaftsgefühl rund um die Mathematik war wieder einmal ein besonderes Erlebnis.
Die Gruppenspiele am Anfang der Akadmie, die eigentlich nur für die Kleinen angesetzt waren, wurden auch teilweise von 7/8 begeistert besucht, die alle nach dem ersten Vortrag endlich mal Leute kennen lernen wollten.
Während vormittags in zwei Unterrichtseinheiten die Mathematik, ihre Schönheit, aber auch Wettbewerbstraining, im Vordergrund stand, war das nachmittägliche Rahmenprogramm bunt durchmischt: Mathematische Vorträge und Wettbewerbe, Chor und Orchester, Sport und Spiel: Die Großen waren wie jedes Jahr auf der Niers paddeln, diesmal mit Sonnenschein, und die Niers kam öfter ins Kanu und die Teilnehmer in die Niers – also eine gelungene Paddelaktion mit ganz viel Platsch
Wie jedes Jahr gab es einen Salsa-Tanzkurs und Freitag Abend wurde dann für 150 Leute gegrillt – mit arg krassen Regeln um das Chaos des letzten Jahres zu vermeiden: Der Würstchenbote (ein 5-Klässler) wurde meistens überfallen, bevor er mit den Würstchen in die Nähe des Buffets kam. Anschließend das Lagerfeuer, das auch den gewittrigen Abend vergessen ließ, und so richtig tolles Lagerfeuer-Feeling: Heißer Feuerschein im Gesicht und gemeinsam Lieder, von einer Gitarre begleitet, gesungen. Gemeinschaft. Und nachher dann gewartet, bis die Glut verglüht.
Auch Nachtspaziergänge boten sich bei dem weitläufigem Wald an, seltsame Vögel waren zu hören und ich war/bin überzeugt gewesen Wildschweine gehört zu haben, sehr zur Belustigung der Anderen.
Bei der Gruselwanderung haben mich die Gruselgeschichten nicht weiter gestört, nur so generell schreckhaft war ich schon
, war also auch eine tolle Gruselwanderung quer durchs Unterholz – mit nachher vielen trotz langer Hosen verzeckten Teilnehmern.
Beim Schwimmen war auch der Außenbereich des Spaßbades endlich wieder einmal offen – der Baggersee. Während das Spaßbad innendrin hoffnungslos überfüllt war (könnte auch an den 100 Leuten von uns gelegen haben) war der See herrlich kühl und erfrischend.
Das Samstagabend Highlight war eindeutig „Schlag den Wambach” – eine geniale Neuauflage von einer ähnlich heißenden Fernsehsendung mit coolen Spielen, wie Zahnpasta-Wettdrücken und Vornamen von Mathematikern wissen.
Sonntagabend dann die Taizè-Andacht, zum ersten Mal gibt es ein derartiges Angebot und der Chor übt auch dafür Taizè-Lieder. Letztendlich kommen zwar außer dem Chor nicht viele Teilnehmer, nur eine handvoll, aber trotzdem entsteht in der Kapelle eine tolle Stimmung. Auch wenn sich zeigt, dass die Andacht eigentlich für das falsche Publikum angeboten wurde und manche die schon in Taizè waren, die Liederauswahl nicht mochten und meinten, es wäre keine echte Taizé-Andacht gewesen, mir hat das richtig gut getan. Vor allem die Stille zwischendurch, Stille inmitten einer Woche Chaos, Stille und Zeit für Gott und sich selber.
Die ganze Woche endete mit unserem bunten Abend, ein dreistündiges buntes Programm, das bewies, das Mathematiker viel mehr können, als nur Mathematik: Nämlich Singen, Musizieren, Jonglieren, Einrad fahren, Diabolo spielen, Sketche und Comedy aufführen, lustige Spiele zwischendurch zur Auflockerung (hat die Schüler oder die Dozentengruppe schneller eine Pyramide gebaut? Und welche ist mehr wert? – die der Dozenten, Menschenpyramide war eindeutig cooler), Improvisationstheater, ein Rap, unsere Hymne, das Kranenburglied, dass um zwei Strophen erweitert wurde zu Ehren der Studentin, die vor 12 Jahren als Schülerin anfing, und seitdem bis heute die Sommerakademie maßgeblich gestaltet hat, einfach weil sie „alles” konnte und immer und überall mit anpackte. Und dabei wurde mir einfach noch mal krass die Begrenztheit dieser Gemeinschaft klar, die doch einfach jedes Jahr was ganz besonderes ist: Alters- und Jahrgangsstufenübergreifend, Schüler, Lehrer und Studentenübergreifend, Gemeinschaft ohne Vorbehalt. Vor allem sind einfach viele Schüler dabei, die daheim in ihren Klassen und im Schulsystem so wie es ist, generell anecken. Gerade diesen kann man so viel geben und zeigen, dass es auch Orte gibt, wo sie als Ganzes und auch mit ihren Interessen für Mathematik etc. akzeptiert werden.
In Kranenburg wurd’ wieder Mathe gemacht.
Sommerakademie!
Gerechnet, gesungen, gespielt und gelacht.
Sommerakademie!
Da steht der Herr Wambach, der wieder einmal betont:
„Für glückliche Gesichter hat sich der Stress gelohnt!”
Für mich ist Sommerakademie nicht nur eine Zeit, sondern ein Gefühl und eine Stimmung, ein Gefühl von Sommer und Freiheit und Glücklichsein.
